Quantified Self: Selbstvermessung, Daten & Optimierung

Quantified Self: Selbstvermessung, Daten & Optimierung

Einführung: Was bedeutet Quantified Self?

Die Quantified Self Bewegung steht für die Erkenntnisse durch Zahlen. Allerlei Daten, z.B. zurückgelegte Schritte, verzehrte Kalorien und vieles mehr wird gemessen und ausgewertet. Was nützt das? Ich lerne: Bewegung ist gesund! Zuviel Essen macht dick!

Nach dieser „Kurzfassung“ die mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, nun etwas umfassender. Wer sich mit Trends in Technik, Medizin, Gesundheit, Fitness und Ernährung auseinander setzt, stößt früher oder später sicher auf den Begriff Quantified Self.  Der Zugang kann jedoch auch über diverse weitere Themenfelder erfolgen. So unterschiedlich wie die Wege zum „Phänomen“ Quantified Self sind, so vielfältig sind auch die Personen die als Teilnehmer eines internationalen Netzwerks den Begriff Quantified Self prägen.

Das Leitmotto von Quantified Self lautet:  Self Knowledge Through Numbers , also die Selbsterkenntnis durch Zahlen.


Das Ich und meine Umwelt

Im Kern geht es durch gezieltes Self-Tracking um weitreichende Erkenntnisse zur eigenen Person. Wie genau ticke ich, was ist ganz speziell für mich wichtig und richtig, oder eben genau falsch. Wie sehen meine Gewohnheiten aus und wie interagiere ich mit meiner Umwelt. Dies sind zentrale Fragestellungen, welche mit Hilfe von analytischer Beobachtung behandelt werden.

Zahlen, Daten & Fakten

…sind an vielen Stellen Dreh- und Angelpunkt der persönlichen Beobachtungen. Jeder „Self-Tracker“ oder „Selbst-Beobachter“ legt bei der Datenerhebung seinen ganz eigenen Fokus. welche Werte in welchen Intervallen erhoben und aufgezeichnet wird hängt immer sehr stark mit der Zielsetzung der Analyse zusammen.

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Google Trend: „quantified self“, „lifelogging“ & „biohacking“


Die Nachfrage zum Thema Quantified Self bzw. auch zu den Stichworten Lifelogging und Biohacking lässt sich mit Googles „Trends“ sehr gut darstellen. Das Diagramm zeigt die weltweiten monatlichen Suchanfragen zu den angegebenen Suchworten in den vergangenen Jahren.

TED Talk – The Quantified Self – Gary Wolf

„The self is just our operation center, our consciousness, our moral compass. So, if we want to act more effectively in the world, we have to get to know ourselves better.“ http://www.ted.com At TED@Cannes, Gary Wolf gives a 5-min intro to an intriguing new pastime: using mobile apps and always-on gadgets to track and analyze your body, mood, diet, spending — just about everything in daily life you can measure — in gloriously geeky detail.

Die Historie: Woher kommt Quantified Self?

Im Jahr 2007 haben die WIRED Magazin Autoren Gary Wolf und Kevin Kelly die Seite www.quantifiedself.com ins Leben gerufen. Später bzw. genauer ein Jahr später folge dann das erste „Meetup“. Eine Art Usergrop von Interessierten rund um das Thema Self-Tracking. Nach der ersten in den USA gegründeten Gruppe folgten viele weitere in der ganzen Welt.

Die Quantified Self Bewegung – Wer sind die Anwender?

So vielfältig wie die Themen, sind auch die Akteure dahinter. Wie bei jedem Stereotyp gibt es auch in der Quantified Self Bewegung Vertreter, welche viele der Vorurteile oder Annahmen die man über den klassischen “Selftracker” so haben kann bestätigen. Diese Aussagen ist jedoch mit einem großen “Aber…” zu versehen, denn sie ist nur die halbe Wahrheit. In der gelebten Praxis von regionalen Treffen, Konferenzen oder auch dem (Online-) Austausch stößt man auf diverse ganz unterschiedliche Charaktere.

Verschiedene Typen von Self-Trackern

Den einen Typ von Person den man auf den verschieden Events kennen lernen kann, gibt es also nicht. Es gibt vielmehr verschiedene berufliche- oder auch private Hintergründe über welche man auf das Thema Selbstoptimierung mit Hilfe von Quantified Self aufmerksam werden kann. Jeder besitzt ganz individuelle Zielsetzungen und Fragestellungen mit denen er sich auseinander setzt. Die folgende Liste soll zugegebenermaßen überspitzt bzw. sehr vereinfacht einige denkbare Personas und deren “QS-Fokus” darstellen.

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Wer?Was ist sein Ziel? Er möchte... ...werden und/oder bleiben:
Der (Leistungs-)Sportlerschneller, ausdauernder, stärker also einfach leistungsfähiger
Der Young Professionaleffizienter, effektiver und einfach noch besser organisiert
Der Gesundheitsbewusstegut leben, gesünder essen ein wenig mehr auf sich achten
Der Wissenschaftleralles ganz genau wissen. Fragen im Detail betrachten und in die Tiefe untersuchen
Der Nerdmehr coole Gadgets, Lifehacks am besten auch noch seinen Föhn mit dem heimischen W-LAN verbinden
Der Softwareentwicklerdie ultimative Software entwickeln. Am liebsten alle Daten in einer Anwendung vereinen
Der Hardwarefreaklöten, basteln um aus Sensoren, Kabeln und Chips ganz neue Gadgets erschaffen
Der Kritikerdem "Warum" hinter Quantified Self auf den Grund gehen. Seine sorgsam gehegten Vorurteile bestätigt wissen
Der Krankegesund bzw. gesünder, Medikamente und Symptome dokumentieren
Der Redakteurfreut sich im besten Fall über eine Seite wie diese, da er hier den ganzen Rundumschlag zum Thema präsentiert bekommt ;-)
Der Interessierteist an all den aufgeführten Themen interessiert und möchte wissen, wie es funktioniert, was möglich ist und wohin in welche Richtung es sich weiter entwickelt
Der ???Du hast weitere Vorschläge für diese Liste? Prima, ich freue mich über dein Input am Fuß der Seite in den Kommentaren oder direkt "Kontakt" im Menü.
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Warum Quantified Self, Self-Tracking bzw. Selbstoptimierung?

Quantified Self – Selbstvermessung ist kein Selbstzweck

Wer sich mit dem Trend oder vielmehr der Bewegung rund um den Begriff Quantified Self auseinander gesetzt hat, fragt sich häufig warum und wieso “betreibt” man “Selbstquantifizierung” oder “Selbstvermessung”. Grundlegend wäre Selbstanalyse vielleicht sowieso das bessere Wort. Denn es geht nicht um die bloße Erhebung von Zahlen, sondern wie das Leitmotto “Self Knowledge Through Numbers” bereits andeutet, um die Erkenntnisse die aus diesen gezogen werden können.

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Fakten statt Vermutungen

Im Alltag sind viele Entscheidungen und Überlegungen von zum Teil nur wagen Vermutungen geleitet. Intuition und Bauchgefühl besitzen natürlich und zweifelsfrei ihre Berechtigung in unseren persönlichen Entscheidungsprozessen, lassen sich aber auch im Idealfall mit validen Informationen untermauern. In der Kombination von Gefühlen und Informationen bin ich also in der Lage bessere, für mich in jeder Weise wirksamere Maßnahmen zu ergreifen.

Wissenschaftlich: “n=1″

Im medizinisch- /wissenschaftlichen Kontext wird in Studien die Anzahl der Probanden mit “n=x” beschrieben. In der Regel steigt die Aussagekraft bei einem größeren “x”. Doch wie groß ist die Relevanz der Ergebnisse für mich ganz individuell? “Ich bin der Proband meiner eigenen Studien”. Wenn ich für mich ganz alleine Fragestellungen untersuche, erhalte ich auch meine ganz persönlichen – möglicherweise viel Aussagekräftigeren – Ergebnisse.

Woher stammt die Motivation für die Selbstanalyse?

Über eine Umfrage im Rahmen einer Bachelorthesis  wurden über 400 Self-Tracker zu ihrer Motivation hinter ihren individuellen Quantified Self Aktivitäten befragt. Prägnant stach die hohe die hohe Eigenmotivation der Teilnehmer heraus. 56% der Teilnehmer gaben an, dass sie aus eigenem Antrieb mit dem Self-Tracking begannen, 7% wurden von Freunden inspiriert, nur 8% von ihrem behandelten Arzt dazu ermuntert. Außerdem ließ sich eine hohe Eigenverantwortung unter den Self-Tracker identifizieren: 90% stimmten der Aussage zu „Ich vermesse mich selbst, weil ich mich für mein Leben verantwortlich fühle“. Hinzu kommt die hohe Technik-Affinität der Selbst-Vermesser: Die meisten nutzen zwei oder mehr Geräte um sich selbst zu vermessen. Nur 8% nutzen ausschließlich Papier und Stift für Ihre Aufzeichnungen.

Quantified Self in der Praxis – Wie wird es gemacht?

Wie genau funktioniert das mit der Selbstbeobachtung – lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Zunächst einmal, unabhängig davon wie die persönliche Quantified Self Umsetzung schließlich in der Praxis aussieht, wird diese maßgeblich durch den persönlichen Hintergrund (welcher Typ bin ich) sowie die Zielsetzung beeinflusst. Wie bei der Frage nach der Motivation angedeutet kann die Datenerhebung auf unterschiedliche Weise erfolgen. Viele digitale Hilfsmittel von PC und Laptop, über Tablet und Smartphone bis zur Smartwatch dienen entweder als “Datenerzeuger” oder Datenverarbeitungsgerät. In manchen Fällen kann die Aufzeichnung ganz klassisch mit Zettel und Stift dienen.

Welche Daten können aufgezeichnet werden?

Eine Frage die häufig gestellt wird, bezieht sich auf die Werte die in der Praxis erfasst und “getrackt” werden. Mal ist die Rede von Aktivitätstracking oder Schlaftracking mal auch von Produktivätstracking. Doch welche Werte stecken im Detail hinter diesen Themenbereichen? Um sich eine Vorstellung der möglichen Metriken zu machen, gibt diese Tabelle eine Übersicht von zum Teil häufig beobachten Werten und Daten:

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BereichDatenHilfsmittel
AusdauersportZeit, Herzfrequenz, Geschwindigkeit, HäufigkeitPuls-/Sportuhren, Smartphone-Apps
KraftsportGewichte, Wiederholungen, PausendauerZettel und Stift, Stopuhr, Smartphone-Apps
ErnährungMakronährstoff-Zusammensetzung (Fett, Protein, Kohlenhydrate), Kalorien, GewichtKüchenwaage, Nährwertdatenbanken
ProduktivitätToDo's, geschriebene Mails, zeitlicher Umfang genutzter AnwendungenDesktop Software, Smartphone Apps
FinanzenAusgaben und Einnahmen verschiedener KategorienExcel, Desktop Software, Smartphone Apps
PsychologieMentale Leistungsfähigkeit,
Persönlichkeitstypen, Gewohnheiten / Habits und Verhaltensmuster, soziale Interaktion, Stimmungen.
Psychologische Tests, Software, Buchführung, Logging, Achtsamkeitsübungen & Auswertung.
Gesundheit/VitalparameterGewicht, Körperfett, Körperumfänge, Blutdruck, Blutzucker bzw. diverse BlutwertePersonenwaage, Maßband, Blutdruckmessgerät, Blutzuckermessgerät, diverse Bluttests
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Quantified Self Beispiele in der Anwendung

Beispielprojekt: Aktivitätstracking – Verbesserte Gesundheit mit mehr Bewegung

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Aktivitätsprofile im Vergleich: Auto vs. öffentliche Verkersmitel

Wohl einer der Klassiker unter den Self-Tracking Themen. Gerade für Datenerfassung zu Aktivität und Bewegung gibt eine Vielzahl von Tracking-Tools bzw. Aktivätstrackern. Die kleinen technischen Helfer beantworten unbestechlich – wenn auch nicht unfehlbar – wie es tatsächlich um das eigenen Bewegungspensum steht.

Couchpotato oder gesund-aktiv?

Laut der WHO (World Health Organisation) Empfehlung, ist es für einen gesunden und aktiven Lebenswandel wünschenswert bzw. sogar erforderlich, täglich durchschnittlich 10.000 Schritte zurück zu legen. Liege ich unter diesem Schnitt – vielleicht sogar noch unter der Hälfte – muss ich mit gesteigertem Risiko für allerlei Zivilisationkrankheiten rechnen. Bin ich jedoch weitestgehend im “Soll” beuge ich diesen Risiken vor.

Aktivitätstracking in der Praxis

Wie genau sieht das Self-Tracking meines täglichen Bewegungspensums nun in der Praxis aus? Je nach Hersteller stehen in den unterschiedlichen Smartphone-Apps bzw. häufig direkt Quantified Self Apps gekannten Anwendungen, Diagramme mit täglichen, wöchentlichen oder sogar monatlichen Übersichten zur Verfügung. Wenn man diese nun etwas genauer betrachtet, erkennt man an vielen Stellen wiederkehrende Muster. Diese Muster, denen ein bestimmter Tagesablauf, also Bewegungsgewohnheiten zu Grunde liegen, lassen sich aktiv beeinflussen. So können z.B. Wege, die üblicherweise mit dem Auto zurückgelegt werden, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder soweit möglich, zu Fuß bestritten werden. Die Mittagspause kann “faul” direkt am Schreibtisch, oder eben bewegt mit einem Spaziergang ergänzt werden. Statt Rolltreppen und Fahrstuhl werden Treppen vorgezogen… Es gibt also eine Vielzahl an Möglichkeiten mehr Aktivität in den Alltag zu integrieren.

Beispielprojekt: Schlaftracking – Besser und kürzer Schlafen

Experimente mit dem eigenen Schlaf, gezieltes Schlaftracking? Wozu das möchte man sich spontan fragen. Gründe dem Thema Schlaf etwas genauer auf den Grund zu gehen, gibt es jedoch viele. Im Rahmen einer Umfrage der Universität Gießen wurden 1.000 Menschen über Aussagen zu Schlaf und Schlafgewohnheiten befragt. Zwar geben über 80% der Befragten an sie hätten keine Schlafprobleme per se, jedoch ist die Hälfte der Befragten morgens unausgeschlafen und hat abends Schwierigkeiten in den Schlaf zu finden.

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Untersuchung der Universität Gießen: Aussagen zu Schlaf und Schlafgewohnheiten. Quelle: statista.com

Kleinere Probleme beim Einschlafen und das häufig matte Gefühl am Morgen sind also vielen Menschen bekannte Phänomene. Hinzu kommt an vielen Stellen das Gefühl „der Tag hat nicht genug Stunden für die anstehenden Aufgaben…!“ Richtige Priorisierung, realistische Aufgabenplanung etc. fallen einem da spontan als Lösungsansätze ein. Ja, richtiger Gedanke, auf diese Ideen wird jedoch in einem weiteren „Beispielprojekt: Produktiviätssteigerung“ (folgt noch…) beschrieben.  Bleiben wir zunächst beim Schlaf.

Schlaftracking als Selbst-Analyse-Projekt

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Schlaftracking & Mehrphasenschlaf /  polyphasischer Schlaf ist ein beliebtes Self-Tracking-Thema

Schlafhacking oder Schlaftracking ist ein Thema was von vielen Selftrackern als sehr spannend empfunden wird. Wie gut oder wie schlecht habe ich geschlafen. Wie lange habe ich zum einschlafen benötigt und wie ruhig war die Nacht. Diese Fragen tauchen in diesem sehr experimentell geprägten Feld auf. Neben allgemeinen Fragestellungen können auch sehr viel detailliertere Eigenschaften wie Umfang von Schlafphasen sowie Abhängigkeiten von äußeren Faktoren betrachtet werden. Das „Beispielprojekt: Schlaftracking“ ist erste von vielen weiteren ganz konkret beschriebenen Projekten, die im Laufe der nächsten Zeit hier beschrieben werden.

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Zielsetzungen beim Schlaftracking

Der angestrebte Nutzen des Schlaftrackings ist schnell beschrieben. Es geht um allgemein erholsameren Schlaf oder im speziellen um effektiveren und damit kürzeren Schlaf. Wer weniger also einfach kürzer Schläft hat mehr vom Tag. Eine Stunde pro Nacht die weniger geschlafen wird, ergibt in Wochensumme nahezu einen weiteren Arbeitstag. Die gewonnene Zeit kann somit für andere Dinge genutzt werden.

Wie genau kann der Schlaf „optimiert“ werden?

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Das Everyman Modell: 3 Stunden Hauptschlafphase mit zwei REM-Phase und drei 20-minütige Tagschlafphasen mit je einer REM-Phase ergibt in Summe nur 4 Stunden Schlaf in 24 Stunden.

Im Kern geht es bei dem Versuch die Gesamtschlafdauer zu verkürzen um die Reduzierung der Leichtschlaf-Phasen. Anhänger verschiedener Mehrphasenschlaf-Methoden experimentieren dabei mit unterschiedlichen Systemen. Mehrphasenschlaf oder auch polyphasischer Schlaf genannt beschreibt ein Schlafmuster bei dem der Schlafbedarf auf mehrere kleinere Schlafeinheiten verteilt wird. Im Neugeborenenalter ist dieses Verhalten ganz natürlich. Eine Abwandlung von polyphasischem Schlaf (mit mehr als drei Schlafeinheiten) ist der Biphasischer Schlaf, bei welchem neben dem Nacht- noch ein Mittagsschlaf gehalten wird. Unser typisches Schlafmuster im Erwachsenenalter ist schließlich mit nur dem Nachtschlaf monophasisch. Der Optimierungsansatz beim Schlaf ist nun die künstliche Wiederherstellung des polyphasischen Schlafmusters. Denn über verschiedene Verteilungen der Schlafeinheiten lassen sich in Summe je nach Methode sogar mehrere Stunden Zeit „einsparen“. Es muss an dieser Stelle jedoch auf die relativ dünne Basis an wissenschaftlichen Untersuchungen zu den gesundheitlichen Risiken hingewiesen werden. Ein Buch welches sich mit dem Praktischen Einsatz verschiedener einfacher und deutlich fortgeschrittener Mehrphasenschlaf-Methoden auseinander setzt ist „Mehr (er)leben mit System: Der 24h-Lifestyle“.

Der Schlaf unter der Lupe – Was wird aufgezeichnet und wie sieht das aus?

Nach der ganzen Theorie zum Tracken und dokumentieren bleibt bis dato noch offen wie genau das nun in der Praxis umgesetzt werden kann. Daher hier nun einmal ein Überblick über eine übliche Nacht mit Hilfe des „persönlichen Schlaflabors“ Beddit Pro. Leider ist dies (derzeit) nicht mehr erhältlich und wurde durch ein Nachfolgermodel ersetzt, welches zwar prima mit mobile App und Co. daher kommt, jedoch noch bei weitem nicht die hier beschriebenen Funktionen besitzt.

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Umfassende Schlafanalyse für das geziehte Schlaftracking

Was wird hier alles gemessen: Grundlegend wird die Schlafstruktur (Schlafphasen: leicht, REM, Tiefschlaf) aufgezeichnet. Ergänzt werden diese mit Informationen wie die Bewegung, den Verlauf der Herzfrequenz, sowie dem Geräuschpegel und der Lichtintensität während der ganzen Nacht. Zusätzlich wird auch die durchschnittliche Raumtemperatur ausgewiesen. Weitere Werte die erst im Verlauf einer längeren Nutzungsdauer generiert und errechnet werden, ist ein Wert für den Stresslevel und der Bewertung der Ruheherzfrequenz. Mit diesem Portfolio an Informationen kann man schon eine ganze Menge anfangen und experimentieren.

Andere Länder/Städte andere (Schlaf- und Aktivitäts-)Sitten)

Schon in den Daten einer einzelnen Person, sofern über einen längeren Zeitraum erfasst, lassen sich wiederkehrende Muster erkennen. Eindrucksvoller wird eine Übersicht wenn eine Vielzahl (in dem Beispiel über 1.000) von Nutzern ihre Daten vereinen. schlaf-tracking-aktivitaets-trackingQuelle: http://graphics.wsj.com/how-we-sleep


Ein Beispielprojekt: Lifelogging – a human heartbeat

Jen Lowe ist „Daten Wissenschaftlerin“ und betreibt auf onehumanheartbeat.com eine Seite mit dem einzigen Zweck fortlaufend ihren Herzschlag zu dokumentieren. lifelogging-one-human-heartbeat I’ve put my heartbeat on the internet.It’s March 25, 2014 and the best technology I’ve found to save my heartrate is the Basis watch. It saves an average heartrate for each minute. It fails to record any heartrate for ~17.5% of minutes. When there is no data for a minute, you’ll see the heartrate from the previous minute. Basis doesn’t provide an open API, so I access the data using a variation of this code. The heartrate you see is from 24 hours ago. This is because the data can only be accessed via usb connection. Twice a day I connect the watch and upload my latest heartrates to the database. I’ve been doing this for 33 days now. [Quelle: http://datatelling.com/projects/onehumanheartbeat].

Ein Beispielprojekt: Tägliches wiegen für ein aktives Gewichtsmanagement

Für manche mag das Thema regelmäßiges Wiegen ein Graus sein. Der begeisterte Selftracker bekommt dagegen leuchtende Augen bei dem Gedanke an Daten, welche über Monate- vielleicht Jahre gesammelt worden sind. Die Datenerhebung von Körperwerten, zu denen neben dem Gewicht auch noch ergänzend der Körperfettanteil sowie verschiedene Körpermaße, vielleicht auch Fotos aufgezeichnet werden, bietet eine vielschichtige Datenbasis für die eigenen Analysen.

Keine Datenerhebung bedeutet Blindflug

Ambitionierte oder auch nur ganz gemäßigte körperliche Ziele verfolgen und dabei auf Waage (oder auch ein Maßband) zu verzichten ist wie wie Jumbo fliegen ohne Amaturen/Anzeigen im Cockpit. Nur mit dem Einsatz von dem Zweck angepassten Messgeräten (Gewichtsabnahme -> Waage) ist ein stetiger Abgleich von SOLL und IST-Werten möglich. Mit diesem Mechanismus ist man in die Lage versetzt schon bei den ersten Anzeichen von “Kursabweichungen” moderat gegenzusteuern. Das sprichwörtliche Kind muss gar nicht erst in den Brunnen fallen ehe man aktiv wird. Dein Freund die Waage ist quasi Navigationsgerät auf dem Weg zu persönlichen Zielen.

Daten vs. gesundes Körpergefühl

Zum Teil wird die gezielte Datenerhebung als Gegenkonzept zur Ausbildung eines gesunden Körpergefühls gesehen. Daten und Zahlen verdrängen die innere Stimme? Falsch! Es geht viel mehr um die Symbiose von Gefühlen und Fakten. Ein durch konkrete Informationen unterstütztes Selbst- und Körpergefühl. Der Selftracker huldigt also nicht den Daten (alleine) um der subjektive Wahrnehmeung abzuschwören.

Tägliches Wiegen beugt Fehlinterpretationen vor

Angenommen man wiegt sich sehr selten, höchstens alle zig Monate einmal. Dann ermittelt man Werte, welche quasi in der Luft hängen und deren Aussagekraft man bezweifeln muss. War es ggf. eine Fehlmessung? War es (bei einer Frau) vielleicht ein Tag im monatlichen Zyklus an welchem der Körper einfach mehr Wasser einlagert? Die Gründe können vielfältig sein und führen unter Umständen zu Ausreißern einer sonst vielleicht gemäßigten Gewichtskurve.

Die praktische Umsetzung


Ein Beispielprojekt: Smartphone-Tracking – Wieviel Zeit verbringe ich mit dem Phone & (welchen) Kontakten?

Wie hoch ist mein aktueller „Menthal-Score“? Diese Frage beantwortet die gleichnamige Android App Menthal. Dieser Score errechnet sich aus einer Vielzahl an verschiedenen Variablen. Erfasst werden Faktoren wie: Häufigkeit der Bildschirm-Entriegelung, zeitlicher Umfang genutzter Apps sowie Daten zu Interaktionen (SMS, WhatsApp & Telefonate) mit den eigenen Kontakten und absolute Zeit die täglich mit dem Smartphone verbracht worden ist.

Quantified Self App für die digitale Diät

„Wer eine digitale Diät machen möchte, dem stellen wir dazu die dazu passende Waage zur Verfügung“, sagt Alexander Markowetz, Juniorprofessor für Informatik an der Universität Bonn. Diese „Waage“ ist eine Android-App namens „Menthal Balance“. Die App ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens zur Untersuchung des Handygebrauchs. Einmal auf dem Smartphone installiert zeichnet sie gewissenhaft mit, wann und wie oft der Nutzer etwa sein Telefon entsperrt, welche Apps er startet und wie lange und oft er telefoniert.  Menthal App im Google Play Store.

Tipps gegen die Handy-Sucht: Menthal bei akte.net (Sat1)

menthal-app-sat1 Alexander klärt über mögliche Risiken auf und Tipps für dessen Vorbeugung. Link zum Beitrag,


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Quantified Self in den Medien – Übersicht verschiedener Berichte und Videos

Digitale Trends in Verbindung mit zielgerichtetem Streben nach Selbstoptimierung und mehr Performance in allen Lebenslagen? Derartige Thematiken lassen sich immer gut medial (aus-)nutzen. Nicht selten geht dabei stellenweise das ursprüngliche Ansinnen der gezeigten Protagonisten verloren. Gerade wenn es um die Bebilderung von „Selbstvermessung“ über die technisch unterstützte Selbstbeobachtung geht, werden viele Dinge zusammengeworfen um dem sensationsdurstigen Zuschauer in wenigen Minuten die Idee der Selbstquantifizierung zu vermitteln.

Übersicht diverser Veröffentlichungen zum Thema Quantified Self und Selbstvermessung

Hier nun eine wachsende Liste von unterschiedlichen Veröffentlichungen in den diversen Medien der letzten Jahre.

DatumWoTitelLink
04.01.2015 NDR Info RadioDie SelbstoptimiererNDR Info Reportage
08.10.2014elektroniknet.deWearable-Medizintechnik:
Lichtsensoren für die Selbstvermessung
Artikel zur Wearable-Technik auf elektroniknet.de
03.10.2014mainpost.deJeder Moment zähltQS Artikel auf mainpost.de
02.10.2014rhein-zeitung.deZum Jahr 2014: Die Neuvermessung des MenschlichenBeitrag auf rhein-zeitung.de
16.09.2014androidmag.deDIE VERMESSUNG DES SELBST – Fitness- und Lifestyle-Tracker im TestFitness-Tracker Test auf Androidmag.de
25.08.2014futurezone.atSelf-Tracking: "Die Gefahr zum Missbrauch ist hoch"Quantified Self Risiken auf Futurezone.at
10.08.2014androidmag.deDAS SMARTE LEBEN – Fluch oder Segen?Beitrag über "smarte" Technik auf androidmag.de
08.08.2014tagesspiegel.deDie Vermessung des Ich
Mein Körper ist meine App
Quantified Self Beitrag auf Tagesspiegel.de
06.08.2014hr-online.deDas vermessene Ich ? Selbstoptimierung 2014Quantified Self im Kulturradio Hessen - hr2
04.08.2014spiegel.deStudie von Sicherheitsfirma: Fitness-Tracker als Überwachungsrisiko bezeichnetFitness-Tracker als Überwachungsrisiko, Beitrag auf Spiegel Online
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Quantified Self wissenschaftlich Betrachtet

Neben der medialen Aufmerksamkeit welche Quantified Self und seine Artverwandten Themen auf sich ziehen, gibt es inzwischen immer wieder auch wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit QS Umfeld.

Bachelor-Thesis: Sind wir bereit für den Big Data-Lifestyle? – Betrachtung und Analyse der Quantified-Self-Bewegung im Umfeld von Big Data

Die Beziehung zwischen Mensch und Technik hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Die ständig neuen Entwicklungen in Verbindung mit grenzenlos verfüg-barem Internet eröffnen uns unendliche Möglichkeiten der Selbstvermessung. Die gesammelten Daten können Antworten auf Fragen geben, die vielleicht noch nicht gestellt wurden. Ist das Leben nach Zahlen die Zukunft? Sind wir bereit für den Big Data-Lifestyle? Diese Bachelorarbeit untersucht die Quantified-Self-Bewegung im Umfeld von Big Data.[Quelle: Abstract der Bachelor Thesis]

Verfasserin: Bianca Emmert Umfang & Einreichung: 70 Seiten, 23. Sep. 2013
Hochschule: Mittweida, University of Applied Sciences, Fakultät: Medien
Zur Thesis und einem Interview mit Bianca auf Askensio.de


Self-Tracking in Kunst und Kultur – Quantified Self Theater in Göttingen

self-tracking-theaterDie deutsche Quantified Self Bewegung hat ihren Weg in die Kunst oder genauer ins Theater gefunden. Über die fortwährenden Recherche zu Quantified Self, Self-Tracking und Selbstoptimierung stieß ich auf einen Artikel zu einem Theaterprojekt aus Göttingen. Mit dem Titel „Schnell durchs Leben“ präsentiert das Theater M21 einen Stück in Erzählform, welches das Projekt „Schneller Schlafen“ behandelt. „Es ist kein Stück, sondern Stückentwicklung“, sagt Nicola Bongard, Dramaturgin vom Theater M21. Das „vermessene Ich“ zeigt Szenen zum erfassbaren Menschen. Die Stückentwicklung zeigt das Phänomen des sogenannten Self-Trackings, der Selbstoptimierung mithilfe von Apps und Messgeräten. Außerdem wird die Quantified-Self-Bewegung aufgegriffen, die Fitness und Glauben an die Technik fokussiert. Das „Ich“ wird zum Produkt der eigenen Fitness. Das szenische Optimierungsprogramm bewegt sich zwischen schwermütigen und größenwahnsinnigen Impulsen. Es handelt von optimalen Menschen, Methoden, Messlatten, effektiven Apps und abhängigen Workaholics. [Quelle: http://www.hna.de] Termine, Tickets sowie weitere Informationen sind auf der Webseite des Theaters zu finden: Theater-m21.de


Quantified Self Kritik – Sorgen, Bedenken und die Sache mit dem Datenschutz

Alle Ansätzen und Ideen, bei denen es gerade um Begriffe wie „Vermessung“, „Optimierung“ und womöglich noch eine zentrale Datenverarbeitung geht, rufen auch immer Kritiker zum Thema auf den Plan. Sorge und Warnung ist sicher nicht immer ganz unangebracht und sollte im Einzelfall immer richtig eingeordnet werden.

Wo bleibt der Datenschutz?

Jeder Austausch zu und über die Themenschwerpunkte innerhalb der Quantified Self Bewegung führt auch immer auf Fragen zum Datenschutz. Welche meiner Daten werden auf welche Art und Weise übertragen, gespeichert, analysiert und vor allem wo genau geschieht dies? Man muss sich fragen, welcher Konzern großes Interesse an meinen persönlichen Daten besitzt und welche Risiken liegen in der Veröffentlichung dieser.

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Datenschutz & Überwachung – Wer liest alles mit?

Es muss an dieser Stelle jedoch auch ein grundsätzlicher Hinweis gegeben werden, welcher gerade in den Medien häufig leicht verzerrt dargestellt wird. Die Erhebung, Speicherung und Auswertung von Zahlen und Daten geschieht nicht zwangsläufig digital – und auch wenn wie in den meisten Fällen – nicht zwangsläufig frei zugänglich im Internet. Es gibt vielmehr wohl auch einen gewissen Teil der Aktiven im Quantified Self Umfeld, welche ihre Daten entweder analog (man denke z.B. an Tagebücher) oder auch nur ganz im privaten am heimischen Rechner verarbeiten und speichern. Vereinzelte QS´lern, teilt gerne und freizügig Daten über eigene Blogs oder in sozialen Netzwerken. Wobei gerade bei diesen sind sicher den meisten die Meldungen wie z.B. „XYZ hat gerade eine Runtastische Aktivität beendet…“ bekannt. Wenn man möchte wären all diese Hobbysportler auch im weitesten Sinne ein Teil der Quantified Self Bewegung, auch wenn ihnen selbst dieser Begriff als solches gar nicht geläufig ist.


Die Firma Symantec untersucht Fitness-Tracker

Wer sich selbst überwacht, macht sich auch für andere leichter überwachbar. Zu diesem beunruhigenden Schluss kommen die Sicherheitsexperten von Symantec nach einem Experiment, das gängige Werkzeuge der Quantified-Self-Bewegung auf Sicherheitslücken hin abklopfen sollte, also Fitnessarmbänder und Smartphone-Apps. Für ihr Experiment bauten die Forscher eine einfache, mobile Überwachungsstation auf Basis eines Rasperry-Pi-Minicomputers, die bei Sportveranstaltungen und auf öffentlichen Plätzen in Irland und in der Schweiz zum Einsatz kam. Zusätzlich untersuchten die Forscher Fitness-Apps, die Bewegungs- und Aktivitätsdaten ihrer Anwender speichern und drahtlos übertragen. Das Ergebnis ihrer als PDF veröffentlichten Studie: Eine Vielzahl von Self-Tracking-Geräten und -Anwendungen hat Sicherheitslücken. „Eine der wichtigsten Entdeckungen war, dass alle von uns untersuchten tragbaren Aktivitätstracker […] zur Standortüberwachung missbraucht werden können“, heißt es…[Quelle: Beitrag auf Spiegel Online – „Studie von Sicherheitsfirma: Fitness-Tracker als Überwachungsrisiko bezeichnet“] Download der Studie (pdf)


Die österreichische Staatsdruckerei warnt: „Die Gefahr zum Missbrauch von Self-Tracking ist hoch“

Das Trendradar - staatsdruckerei.at
Das Trendradar – Quelle: staatsdruckerei.at

Anlässlich des Europäischen Forum Alpbach hat die Österreichische Staatsdruckerei einen Trendreport veröffentlicht. Der Bericht behandelt die Frage des „Vertrauens in den digitalen Staat“. „Die entscheidende Frage ist die Vertrauensfrage. Vom Vertrauen, das einem digitalen Staat entgegengebracht wird, hängt vieles ab..“ äußert sich Lukas Praml, Geschäftsführer der Staatsdruckerei. In dem Trendreport geht es im Ganzen weniger um eine Quantified Self Kritik, als mehr um den ermahnenden Hinweis auf Privatsphäre und Co. Das Team aus Fachleuten des Bundesministerium für Inneres und Wissenschaftern erarbeitet in einem mehrjährigen Projekt Szenarios und analysiert Trends, welche in der Zukunft eine große Rolle spielen werden. Dem zielgerichteten Self-Tracking welches für Gesundheits- und Fitness-Zwecken genutzt wird, bemisst man in dem Bericht eine besondere Bedeutsamkeit zu. Vielerorts werden Self-Tracking Apps als „Quantified Self Software“ zur Selbstvermessung eingesetzt, über die Datensicherheit machen sich jedoch nur die Wenigsten Sorgen. „Wie sind diese sensiblen privaten Daten geschützt? Haben wirklich nur jene Kenntnis davon, die sie persönlich nutzen wollen? Die Gefahr von Missbrauch ist hoch“, so Praml.

Auszug der Studie: „Privatsphäre braucht staatlichen Schutz: „…dieser globale Trend wirft Fragen der teilweisen freiwilligen Aufgabe von Privatsphäre auf. Seine künftige Entwicklung in den kommenden zehn bis 15 Jahren kann allenfalls durch sozio-kulturelle Gegenbewegungen für den besseren Schutz der Privatsphäre positiv beeinflusst werden. Mit Blick auf das Vertrauen in den digitalen Staat wird der bestmögliche Schutz privater Daten zu einer zentralen Herausforderung. Institutionen und Unternehmen sind gefordert, die Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer zu schützen, um Missbrauch zu verhindern.“
Quelle: Trendstudie 2014 „Vertrauen in den digitalen Staat“ der Österreichischen Staatsdruckerei 


„Selbstvermessung ist das Gegenteil von Selbstvertrauen“ Juli Zeh und ihr Buch Corpus Delicti

Juli Zeh - Corpus Delicti bei Amazon ansehenGegen die private Datensammelwut hat sich die Schritstellerin Juli Zeh bereis mehrfach öffentlich geäußert. In ihrem 2010 erschienen Buch „Corpus Delicti“ hat sie einen dystopischen Zukunftsstaat geschaffen, in dem Menschen hart bestraft werden, wenn sie nicht den gesetzlichen Hygiene- und Gesundheitstandards genügen und ihr Verhalten detailliert aufzeichnen. Pressestimme zum Buch: »Juli Zeh ist mit Corpus Delicti der weibliche George Orwell der Gegenwart geworden.« (Deutschlandradio) In einem Gastbeitrag für den Schweizer Tagesanzeiger schrieb Zeh: „Quantified Self verabschiedet sich von einer Vernunft, die zum Bestimmen des richtigen Lebens keinen Taschenrechner braucht“ und „Selbstvermessung ist das Gegenteil von Selbstvertrauen.“


„ZERO – Sie wissen, was du tust“ Roman von Marc Elsberg

Marc Elsberg ZERO - Bei Amazon ansehen „Wer sich im Netz bewegt, für den gibt es kein Entkommen. Sie wissen, WER wir sind, WO wir sind – und WAS wir als Nächstes tun werden!“ Dieses Statement ist der Einstieg in den Roman von Marc Elsberg. Im Vorwort seines Buches weist er deutlich auf die Fiction seines Buches hin, welches jedoch geschickt aktuelle Themen, Unternehmen sowie bereits bekannte Technologien mit den einer möglicherweise bevorstehenden Zukunft verbindet.
Die Quantified Self Bewegung mit ihren Sensoren, Smartwatches und Datenbrillen bildet in Verbindung mit dem Bemühungen vielfältigste Daten und Informationen zur eigenen Person zu sammeln in dem Roman die Grundlage für das fiktive Unternehmen „Freeme“. Die User selbst sind bemüht möglichst viele Daten in ihrem Profil zu sammeln. Je umfassender das Datenprofil, umso größer ist der Preis der für den Verkauf der persönlichen Daten erhalten werden kann.
Mit den eigenen Daten gefütterte, intelligente und selbstlernende Algorithmen unterbreiten den Usern mit Hilfe von „Act-Apps“ Tipps zur persönlichen Verbesserung in allen Lebenslagen.
Pressestimmen
„[…] mit seinem neuen Buch hat [Elsberg] die Gelegenheit, endgültig einer der Vorsprecher dieses vielleicht wichtigsten gesellschaftlichen Diskurses unserer Zeit zu werden.“ (Handelsblatt)
„Es ist das Buch zur aktuellen Debatte um Google und das Recht auf Vergessen […] Albtraumhaft, aber, wie Elsberg meint, längst Realität.“ (FOCUS)
„…eine spannende Handlung mit zahlreichen Verwicklungen, die durch das Thema Überwachung eine faszinierende zusätzliche Dimension bekommt.“ (Axel Knönagel, dpa)




Quantified Self Tools – Wearables, Gadgets, Apps und mehr. Was wird eingesetzt?

Nach der Frage „wie“ Quantified Self funktioniert und welche Ziele verfolgt werden, steht meinst die Frage nach der Ausrüstung an zweiter Stelle. Was sind denn diese kleinen Messgeräte und Sensoren auch „Gadgets“ und „Wearables“ genannt, die man so nutzt um sich selbst zu analysieren.

Quantified Self Apps und Software

Vor der Hardware jedoch, empfiehlt sich für die große Übersicht ein Blick auf die vielen Software Anwendungen und Quantified Self Apps an. Der Begriff Quantified Self Apps bzw. Quantified Self App an sich ist nicht ganz richtig. An vielen Stellen sind Apps die von hunderttausende Nutzern installiert und genutzt werden, obwohl denen der Begriff Quantified Self entweder gar nicht richtig geläufig ist, oder sie diesen jedenfalls nicht bewusst in Verbindung mit ihren Aktivitäten mit der App setzen würden. Als Beispiel seien hier die vielen unterschiedlichen Fitness-Apps genannt. Runtastic oder Runkeeper stellvertretend speziell für Laufen, Radfahren und mehr.

Smartwatch und Co.

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Pebble Smartwatch

Die Evolution von Quantified Self Tools hat immer neue kleinere und größere separate Geräte hervorgebracht. Separat, weil häufig technisch eigenständig und unabhängig (oder auch gekoppelt) von/mit dem Smartphone. Aktivitätstracker oder Schrittzähler können in die Tasche gesteckt werden oder auch als Armbänder getragen werden. Die neuen Smartwatches bringen nun in unterschiedlichsten Formen die vorher eigenständigen Geräte zusammen. Smartwatches besitzen zum Teil direkt eigenständige Telefonfunktionalitäten sowie vielfältige Sensoren und machen somit Aktivitätstracker überflüssig.


Aktiviätstracker aka Schrittzähler – Bewegung im Fokus

Der wohl am meisten verbreitete Thematik, welche in der Quantified Self Bewegung Beachtung findet ist das persönliches Bewegungs- bzw. Aktivitätsprofil. Die Einfachheit der Erfassung von Schritten durch die simple Messung von gleichförmigen Bewegungen bzw. Erschütterungen, sowie die immer größere Produktpalette tragen dazu bei. Wer sich gedanklich mit persönlichen Veränderungen oder gezielter Verbesserung seines Befindens auseinander setzt, startet dies häufig bei der eigenen Gesundheit. Diese wird meist über allgemein gesündere Ernährung – sowie der Erweiterung des üblichen Aktivitätsniveau. Gerade beim letzten Punkt, also der Bewegung helfen die kleinen Sensoren: Schrittzähler oder auch häufig Aktivitätstracker genannt. Die aufgeführten Beispiele sind direkt selbst ausführlich getestet, aktuell selbst in Benutzung, oder sind einfach durch die Community als „Best Practice Gadgets“ Tipps zu verstehen, mit denen man nichts falsch machen kann. Welcher Aktivätstracker für einen der „Richtige“ ist, hängt also vielmehr davon ab, ob man eine Vorliebe für sichtbare (z.B. am Handgelenk befestigte) oder unauffällige (am Gürtel oder in der Tasche getragen) Aktivtätstracker hat. Ein weiterer Grund für oder gegen einen bestimmten Aktivitätstracker, sind z.B. geplante – oder bereits erfolgte Erweiterungen um weitere Geräte eines Herstellers. So bieten sowohl Fitbit als auch Withings eigene WLAN-Waagen an. In der täglichen Nutzung ist die Wahl eines Anbieters mit mehreren Produkten aus seinem Angebot immer etwas komfortabler als wenn man einen „Gerätemix“ betreibt. Aber auch hier besitzt jeder seine individuellen Vorlieben und zum Teil ermöglichen Anbieter sogar den gegenseitigen Datenaustausch (Anwendungsszenario: Fitbit One als Aktivitätstracker, und Withings Smartbody Analyzer Waage für Gewicht und Körperfettmessungen -> Fitbit kann die Daten direkt aus dem Withings Benutzerkonto auslesen)

Wie funktionieren digitale Schrittzähler – Aktiviätstracker denn nun genau

Direkt am Körper getragen, erfassen Miniatur 3D-Bewegungssensoren jede kleine Erschütterungen beim Gehen und Laufen. Unabhängig ob die Aktivätstracker als Armband oder auch als kleine USB-Stick ähnliche Tracking-Gadgets in der Hosentasche getragen werden, analysieren sie Frequenz und Intensität der Bewegungen. Aus den aufgezeichneten Daten werden durch mathematische Algorhythmen interpretiert und in die Maßeinheit “Schritte” übersetzt. Spezifische Schrittmuster können zusätzlich als Treppen identifiziert werden. Auf diesem Weg können sogar die am Tag bewältigten Treppen bzw. Stockwerke ausgewiesen werden.


Fitbit One

fitbit-one-quantified-selfWenn du Fitness zu deinem Lifestyle machen willst, dann ist The One™ genau das Richtige für dich. Der Tracker ist pausenlos im Einsatz. Tagsüber zeichnet er deine Schritte, die zurückgelegte Strecke, die verbrannten Kalorien und die Etagen auf. Nachts misst er dein Schlafverhalten, damit du anhand dieser Werte deine Schlafqualität verbessern kannst, und in der Früh weckt er dich. Mit The One™ bist du motiviert, deine Ziele zu erreichen und dein Leben durch mehr Bewegung zu verbessern – überall, zusammen mit deinen Freunden, rund um die Uhr. Bezugsquelle: Fitbit One kaufen


Jawbone Up und Jawbone Up 24

jawbone-up-quantified-selfUP™ ist ein System mit einem ganzheitlichen Ansatz zu einer gesunden Lebensweise. Das Armband verfolgt im Hintergrund präzise deine Bewegungs- und Schlafaktivitäten. Mit der App können deine Daten angezeigt sowie Mahlzeiten und Stimmungen hinzugefügt werden, und bietet Einblicke, die dich bei deiner Weiterentwicklung unterstützen. Erhalte sofort Einblicke in deinen Tagesablauf und deine Lebensweise: Dein Schlaf, deine Aktivitäten, deine Mahlzeiten. Letzte News: Kürzlich hat Jawbone für iOS ein Update auf Version 3.2 veröffentlicht, welches einige Verbesserungen und Neuerungen mitbringt. Die App steht kostenlos im App Store zum Download bereit. Neu hinzugefügt wurde nun ein System für das persönliche Gewichts-Management. So kann der Nutzer in den Einstellungen für die persönlichen Ziele auch sein Wunsch-Gewicht definieren. Auf dieser Basis ermittelt die App die optimale Anzahl der täglich zu konsumierenden Kalorien und zeigt an, in welchem Zeitraum das Wunsch-Gewicht erreicht werden kann. Bezugsquelle: Jawbone Up kaufen & Jawbone Up 24 kaufen


Withings Pulse O2

withings-pulse-quantified-selfDer “Wear it your way”-Tracker zur Verfolgung Ihrer Aktivität und Ihres Schlafs, zum Ablesen Ihrer Vitalwerte und zur Verbesserung Ihrer Gesundheit. Verfolgen Sie Ihre tägliche Aktivität – Der Withings Pulse O2 kann Ihnen helfen, aktiver zu leben und Ihre Gesundheit zu verbessern, egal auf welchem Fitness-Niveau Sie stehen. Den Tag über registriert er Schritte, Distanz und Höhe sowie den Kalorienverbrauch. In der Nacht überwacht er Ihre Schlafzyklen, und wenn Sie es wünschen, misst er Ihre Herzfrequenz und den Blutsauerstoffspiegel. Der Pulse O2 passt sich an Ihre Vorlieben an: tragen Sie ihn mit dem verstellbaren Armband am Handgelenk, befestigen Sie ihn an Ihrem Gürtel oder einem Kleidungsstück oder stecken Sie ihn in eine Tasche. Und in der Nacht verwenden Sie das Armband, um Ihren Schlaf zu überwachen. Bezugsquelle: Withings Pulse O2 kaufen

Weitere Begriffe im Quantified Self Umfeld: Lifelogging & Biohacking

Ok, wenn du mit dem Lesen an diesem Punkt angekommen bist, weißt du eine Menge mehr über Selbstanalyse und Selbstvermessung. In der Auseinandersetzung mit diesen Begriffen tauchen jedoch auch noch eine Reihe weiterer Begriffe auf. Was hinter diesen steckt und worum es dabei jeweils geht findest du in den nächsten Abschnitten.

Lifelogging – Das persönliche Tagebuch 3.0

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Autographer Intelligent Wearable Lifelogging Kamera

Lifelogging ist das Tagebuch 3.0?

Ja, der Begriff trifft es ganz gut. Wenn ein einfaches Tagebuch (analog und aus Papier) quasi das persönliche Lebens-Logbuch 1.0 ist, wäre möglicherweise eine einfache digitale Lösung das 2.0. Klar soweit? Nun stelle dir die für ein Tagebuch relevanten Begebenheiten des Tages als tägliche Notizen vor. Ergänze diese Informationen um ein „paar“ weitere Daten und Werte wie: dein morgendliches Gewicht, ein Foto deines Gesichts oder deines ganzen Körpers, verschiedene Körpermaße im Allgemeinen, zufällige oder genau zeitlich terminierte Ton- und/oder Fotoaufnahmen (-> Lifelogging Kamera), fortlaufende GPS Bewegungsdaten und und und… Welche Daten tatsächlich erfasst werden hängt wieder ganz individuell von den eigenen Prioritäten und Interessen des Einzelnen ab. Lifelogging muss also nicht zwangsläufig „alles Messbare“ umfassen. Wenn nach einer Charakteristik hinter dem Lifelogging Gedanken gefragt wird, könnte die Kontinuität und die meist längerfristige Beobachtung sein.

Wer macht so etwas und worin steckt der Sinn beim Lifelogging?

Gordon Bell, legendary lifelogger at Microsoft and author of Total Recall, gave a candid, engaging talk on his MyLifeBits project. He showed pictures from his SenseCam that takes a picture every 20 seconds while he’s wearing it. He generates 1 GB of data per month, including a screenshot of every website he visits and the hundreds of pages of health records from his multiple bypass surgeries. Gordon considers his data to be a surrogate memory – he doesn’t look at it unless he needs to remember something specific, and he enjoys making films from the pictures. [YouTube Video Infotext]
Menschen kaufen Andenken, führen Tagebücher, heben Lieblingsdinge auf oder machen Fotos und Videos – um bestimmte Momente, Erinnerungen und Gefühle für die Zukunft zu archivieren. Alles Maßnahmen gegen das Vergessen. Denn unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, sich all das zu merken, was wir gerne behalten möchte. Doch genau dies ist ein großer Wunsch des Menschen: Das eigene Leben festzuhalten und damit auf eine gewisse Art unsterblich zu werden. Lifelogging bezeichnet den Punkt, an welchen den menschlichen Fähigkeiten biologische Grenzen gesetzt sind, und die Technik unterstützend einspringt. Die „Maschine“ agiert als digitale stütze des menschlichen Gedächtnisses. Lifelogging beschreibt die Idee, dass Individuen ihr Leben umfassend festhalten können. Wo Speicherplatz immer weniger eine Beschränkung darstellt, zeitgleich Sensoren und Kameras immer kompakter werden, sind dieser Idee kaum Grenzen gesetzt. Mit Projekten wie Google Glass wird die Vision Wirklichkeit. Der Träger geht durchs Leben und nimmt – ständig mit dem Internet verbundenen – alles um sich herum auf. Später ist er in der Lage sich alles – also sein Leben – noch einmal anzusehen.

Biohacking – Du bist der Wissenschaftler in dem Labor deines Körpers

Projekte

Dieser Absatz wird nach und nach beschreiben welche Projekte und Experimente im Bereich des Biohackings möglich sind und was sich die „Probanden“ davon versprechen.

Als Einstimmung hier schon mal ein passender TED Talk von Dr. Ellen Jorgensen die als Gründerin von Genspace – einer Nonprofit Biolab Community – über Biotechnologie für Jedermann spricht. We have personal computing, why not personal biotech? That’s the question biologist Ellen Jorgensen and her colleagues asked themselves before opening Genspace, a nonprofit DIYbio lab in Brooklyn devoted to citizen science, where amateurs can go and tinker with biotechnology. Far from being a sinister Frankenstein’s lab (as some imagined it), Genspace offers a long list of fun, creative and practical uses for DIYbio. [TED Video Info Text] Transhumanismus ist ein weiterer Bereich neben DIYbio, der sich unter der Überschrift Biohacking einordnen lässt. Transhumanismus (zusammengesetzt aus lat. trans ‚jenseits, über, hinaus‘ und humanus ‚menschlich‘) ist eine philosophische Denkrichtung, die die Grenzen menschlicher Möglichkeiten durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern will. Die Interessen und Werte der Menschheit werden als „Verpflichtung zum Fortschritt“ angesehen. [Wikipedia.de]

Tim Cannon stammt aus Pittsburgh an der US-Ostküste und bezeichnet sich als „Cyborg“

Menschen wie er lassen ihren Körper mit Technik verschmelzen. Sie tragen Magneten unter den Fingerkuppen, um elektromagnetische Strahlung wahrzunehmen oder lassen sich Chips in die Handfläche einpflanzen und können so per Funk Türschlösser öffnen. [Quelle: Heise.de]

Weiterführende Links:

Vor Ort aktiv werden: Die Quantified Self Meetup Gruppen

quantified-self-europe-conferenceQuantified Self Europe Conference 2013 in Amsterdam

Unter dem Begriff Quantified Self  agieren inzwischen über 30.000 Mitglieder in rund 160 regionalen Gruppen weltweit. Diese Treffen werden über die Plattform Meetup.com organisiert. Unter den mitgliederstärksten Gruppen befindet sich Berlin mit über 700 Mitgliedern im Vergleich auf Platz 7. Zusammen mit München (über 200 Mitglieder) sowie Hamburg und Köln (je über 100 Mitglieder), wird deutlich welch großes Interesse auch in Deutschland an Quantified Self herrscht.

quantified self bewegung meetup gruppen
Grafik: Weltweite Quantified Self Gruppen (Stand 7/2014)
Liste der 10 größten Quantified Self Meetup Gruppen weltweitAnzahl Mitglieder
The Bay Area Quantified Self Meetup Group (San Francisco, CA USA)3.861
NY Quantified Self (New York, NY USA)2.185
The London Quantified Self Meetup Group (London, England)1.695
Boston Quantified Self (Cambridge, MA USA)1.366
Quantified Self Silicon Valley (Mountain View, CA)1.312
Quantified Self Amsterdam (Amsterdam, Niederlande)1.069
The Berlin Quantified Self Meetup Group (Berlin, Deutschland)763
Quantified Self Show&Tell à Paris (Paris, Frankreich)627
Seattle Quantified Self Meetup Group (Seattle, WA USA)618
Quantified Self Toronto (Toronto, ON Kanada) 567

Quantified Self in der Zukunft – Wohin geht der Weg?

„Der Trend hin zur Miniaturisierung hat die Entwicklung innovativer tragbarer Geräte, wie intelligente Uhren und Brillen, die die sportliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit kontrollieren können, beflügelt”, sagt Frost & Sullivan Technical Insights Senior Research Analyst Sumit Kumar Pal. „Das so genannte Quantified-Self ermöglicht die datengenaue Verfolgung von Diäten, dem eigenen Schlafverhalten, der Herzfrequenz, Bewegung, sportlichen Trainings sowie Launen und Stimmungen und verschafft dem Einzelnen einen besseren Einblick in seine eigenen persönlichen, physiologischen Parameter, die bisher noch nicht analysiert wurden.” Da der Gesundheitsbereich eine der von der Quantified-Self-Bewegung am meisten betroffenen Industrien ist, stellen die Erfassung genauer Daten und das Sicherstellen einer nahtlosen Interoperabilität die größten Herausforderungen dar. Hinzu kommt, das der Austausch von Daten zwischen Gesundheitsdiensten und Pharmaunternehmen die Sorge um den Datenschutz aufkommen lässt. Unternehmen der Gesundheitsbranche müssen gewährleisten können, dass die gesammelten Daten der Klienten ohne deren direkte Zustimmung keinem Dritten zur Verfügung gestellt werden.
[Quelle: e-health-com.eu]

Studie zum Thema „Sensor Technology Innovations Enabling Quantified-Self

Was im Umfeld der Quantified Self Bewegung nach und nach deutlicher wird, bestätigt jetzt auch eine Studie. Frost & Sullivan beschreiben in der Studie: „Sensor Technology Innovations Enabling Quantified-Self“ das tragbare technologische Kleingeräte, wie Armbänder oder Headsets, in der Gesundheits- und Wellnessbranche beträchtlich an Boden gewonnen haben.
Die zunehmende Dynamik in Bezug auf den Einsatz solcher sensorgesteuerter, tragbarer Geräte verspricht kreative Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft. Details zur Studie sind unter
http://bit.ly/1BWbUxW zum Download angeboten.

Verband digitale Gesundheit (VdigG)

Die Ausführungen der zuvor dargestellten Studie bestätigen sich zusätzlich durch den kürzlich neu gegründeten „Verband digitale Gesundheit VdigG“.

Was ist der VdigG? Der VdigG ist die Schaffung eines politischen und gesellschaftlichen Umfeldes, sowie einer innovationsfördernden Infrastruktur, wodurch die innovationstreibenden Akteure der digitalen Gesundheitswirtschaft erfolgreich die Optimierung der medizinischen Versorgung durch sichere Vernetzung der Kostenträger und Leistungserbringer, durch Schaffung intrinsischer Handlungsmotivation in Bezug auf die Wahrnehmung gesundheitsfördernder Maßnahmen seitens der Patienten und mittels sicherer Datenverarbeitungsrichtlinien gestalten können.“

Was will der VdigG? Der VdigG will einen Beitrag dazu leisten, dass sich das deutsche Gesundheitssystem stärker als bisher Neuerungen aus Software, Kommunikation und Vernetzung öffnet. Dazu will der VdigG geschützte Räume schaffen, in denen junge Unternehmen noch relativ unreife Produkte und originelle Ideen zunächst so mit Fachleuten diskutieren können, als gäbe es keine Risiken. Diese Diskussionen haben das Ziel, das Verständnis für neue Technologien und ihre mögliche Wirkung auf Gesundheit und Gesundheitssystem zu stärken. [Quelle: http://www.vdigg.de]

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